Diese Frau revolutioniert die Autowäsche

Diese Frau revolutioniert die Autowäsche

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Diese Frau revolutioniert die Autowäsche

Wer sein Auto wirklich liebt, gibt es inzwischen in die Hände von Artemis Diapouli. Niemand macht die Fahrzeuge so sauber wie sie und dabei spart sie auch noch Unmengen Wasser.

Wenn man die Halle der Grünen Mobilen Autopflege in Köln Poll betritt, wird man von einer echten Hammerfrau empfangen. Artemis Diapouli ist attraktiv, umwerfendes Lächeln inklusive. Sie sprüht vor Ideen und Tatendrang und sie kann anpacken. Ständig tauscht sie ihre Outfits. Wenn Sie Autos reinigt, trägt sie Arbeitskleidung, um fünf Minuten später im Businesskostüm zum nächsten Großkunden wie beispielsweise Volvo Deutschland zu fahren, um weitere Aufträge an Land zu ziehen.

Die Entdeckung

Vor 5 Jahren ist Artemis Diapouli mit Ihrem Mann in Griechenland unterwegs und entdeckt eine geniale Technologie: Autos reinigen mit Wasserdampf.
Die Vorteile liegen sofort auf der Hand. Während für ein Auto in der Waschstraße zwischen 200 und 400 Liter Wasser verbraucht werden, benötigt man für die Reinigung eines Autos mit dem Wasserdampf-System nur 2-3 Liter. Darüber hinaus werden keinerlei Reinigungsmittel verwendet.
Das Ergebnis ist absolut überzeugend, zumal man mit der Dampf-Düse in jede noch so kleine Ritze kommt. Die Autos kommen aus Artemis Diapoulis Halle oft sauberer raus, als aus dem Werk.

Kein Wunder, dass Artemis Diapouli gemeinsam mit ihrem Mann damals sofort beschließt, die Idee nach Deutschland zu holen und das Patent für den hiesigen Markt anmeldet. Aber die erste Euphorie ist schnell verflogen. Überall werden Ihr Steine in den Weg geschmissen.

Holpriger Start

JS: Was war das größte Problem zu Beginn?

AD: „Wir hatten nur wenig Eigenkapital und die Banken haben die Geschäftsidee nicht verstanden und nicht an uns geglaubt. Wir haben einfach keine Finanzierung bekommen.
Die KFW lehnte ab. Aber dann hat unsere Bearbeiterin in einer Bank doch an uns geglaubt und uns ein Dahrlehen gewährt. Es war nicht viel, es reichte gerade Mal, um Bürotische und Computer zu bezahlen. Werbung konnten wir uns schon gar nicht leisten. Und Mund zu Mund Propaganda braucht Zeit.“

JS: Wie groß war die emotionale Belastung. Sie haben ja auch zwei Kinder?

AD: „Die war sehr groß. Ich war zur Zeit der Gründung schwanger und wollte das alles schaffen, bevor mein Sohn zur Welt kam. Ich war 100 % davon überzeugt, dass dies eine Marktlücke war und die ressourcenschonende Reinigung eines Tages zum großen Thema wird. Aber ich sah, dass ein langer Weg vor mir lag.“

JS: Wie haben Sie sich motiviert? Und warum haben Sie nicht irgendwann aufgegeben?

AD: „Meine Motivation war und ist meine Vision. Da unser System so innovativ war und ist, mussten und müssen wir das Reinigungsverfahren jedes Mal präsentieren – mobil vor Ort.
Die Resonanz ist immer großartig. Die Interessenten sind begeistert. So wenig Wasser, kein Reinigungsmittel- und ein perfektes Ergebnis. Aber die Entscheidung mehr zu bezahlen, und die Logistik umzustellen, fällt den meisten dann doch schwer.
Ich gebe aber nie auf, den ich weiß, dass die die Mobilität und die Umwelt wichtige Themen für unsere Gesellschaft sind. Ich glaube ganz fest an unsere Idee, und die Reaktionen bestätigen mich immer wieder.“

Die heutige Waschstraße wird abgeschafft

Artemis Diapoulis Glaube an diese sinnvolle Innovation ist berechtigt. Inzwischen läuft es so gut, dass die Grüne Mobile Autopflege in ein größeres Gebäude umziehen musste. Und es kommen so viele neue Aufträge rein, dass Artemis Diapouli händeringend neue Mitarbeiter sucht.

JS: Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

AD: „Franchise System. Waschstraßen, wie wir sie heute kennen, wird es so in Zukunft nicht mehr geben. Unser A Kunde verbietet seinen Händlern bereits die Fahrzeuge in der Waschanlage mit Bürsten zu reinigen.
Unsere Pläne sind groß. Seit 2014 entwickeln wir unser Franchisesystem. Ziel ist es, bundesweit Franchisepartner zu gewinnen. Wir geben nicht nur eine innovative, erfolgreiche Idee weiter, sondern wir leisten auch einen großen Beitrag zum Umweltschutz und geben ihn direkt an unsere Franchisenehmer weiter.“

JS: Ist die Grüne Mobile Autopflege denn eigentlich auch was für Privatkunden?

AD: „Selbstverständlich, mit Privatkunden haben wir begonnen. Wir haben einfach erst mal diese innovative Dampfreinigungsmaschine verkauft. Ich erkannte aber nach einiger Zeit, dass die großen Fuhrparks ebenfalls interessant für uns sind und auch für den Umweltschutz. Anfangs war es schwierig an große Auftraggeber ranzukommen. So langsam verstehen die Unternehmen, dass sie mit unserem System nicht nur die Umweltbilanz, sondern auch den Workflow extrem optimieren können.“

Trotz allem

JS: Würden Sie unternehmerisch noch mal alles auf eine Karte setzen?

AD: Ja, definitiv. Ich bin ein Bauchmensch. Ich lerne durch meine Fehler. Das sind alles wichtige Erfahrungen. Ich würde immer wieder alles auf eine Karte setzen. Denn ich habe ein Ziel, eine Vision: Ich möchte überall in der Bundesrepublik durch meine Waschtaxis ein gutes Gefühl der Sauberkeit vermitteln, in dem Bewusstsein etwas Gutes für die Umwelt zu tun.

2Kommentare

  • Sophie sagt:

    Danke für diesen richtig spannenden Artikel! Ich habe noch nie früher von Artemis Diapouli oder Wasserdampfreinigung für Autos gehört, aber habe diesen Artikel schon an alle meine Freunde weitergeleitet! Frauen können nicht nur Autos pflegen, sondern auch Pionier sein! Ich bin gespannt wie diese Geschichte weiter geht.
    LG Sophie

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